Interview mit dem Schulleiter
Am 23. September führten wir ein Interview mit unserem Schulleiter. Herr Hieronymi antwortete uns ausführlich auf Fragen zu der Projektwoche und dem anschließenden Schulfest. Aus anfänglichem Smalltalk entwickelte sich schnell ein kritisches Gespräch, in dem nicht alles schön geredet, sondern auch Kritik ausgeübt wurde.
1.Frage: Ist die Projektwoche ihrer Meinung nach ein Erfolg?
HI: Es ist wesentlich einfacher hinterher die Projektwoche zu bewerten, da die Projekte zielorientiert arbeiten. Die endgültigen Erfolge lassen sich also erst im Nachhinein bzw. am Schulfest messen. Deutlich wird jedoch jetzt schon, dass die einzelnen Schüler hochengagiert bei der Sache sind. Dieses kann man auf jeden Fall als Erfolg bezeichnen.
2.Frage: Gab es negative Resonanz der Eltern?
HI: Einzig bemängelt wurden die unregelmäßigen Anfangs- und Endzeiten, welche sich aber oftmals nicht vermeiden lassen, da sich die Projekte in vielen Fällen an Personen von aussen orientieren müssen, die die Gruppen besuchen. Auch wurde der Termin bemängelt, da die Projektwoche weder für Klassenarbeiten/Klausuren noch für deren Vorbereitung geeignet ist. Viele halten die Woche vor den Sommerferien für geeigneter. Ich jedoch halte diese Projekttage für sehr wertvoll und fände es schade diese als "Abfallprodukte" ans Ende des Schuljahres zu "packen".
3.Frage: Welche drei Projekte hätten Sie gewählt?
HI: Als Unterstufenschüler hätte mich wohl "Schule vor 100 Jahren" am meisten angesprochen. Wäre ich ein Mittelstufenschüler hätte ich zweifelsohne mein Projekt (Telekom Baskets) gewählt und als Oberstufenschüler wäre das Rhetorikprojekt "Hände aus den Taschen, jetzt rede ich" genau das richtige für mich.
4.Frage: Sind sie mit dem Verlauf Ihres eigenen Projektes zufrieden?
HI: Nein, ich hatte mir das Projekt ganz anders vorgestellt. Ich hatte mir mehr eigenständiges Arbeiten erhofft, dafür können jedoch die Schüler wenig, da meine Anforderungen eher der Oberstufe entsprechen würden. Verwundert war ich jedoch über das überaus disziplinierte Verhalten der Teilnehmer und nach kurzer Änderung des Programmes ist dieses auch für Unter- und Mittelstufe durchaus geeignet.
5.Frage: Werden die Projekttage weiterhin nur alle drei Jahre veranstaltet?
HI: Wie oft und in welcher Form die Projekttage durchgeführt werden sollen, überlegen wir (Lehrer, Eltern und Schüler) nach Abschluss der Projektwoche. In den letzten 15 Jahren hat sich die Projektarbeit enorm entwickelt. Somit muss Projektarbeit nicht nur in Form einer Projektwoche stattfinden, sondern kann auch in den täglichen Unterricht eingebaut werden. Auch stellt sich die Frage, ob die Projektwoche nicht die tägliche Projektarbeit behindere, da bei Anregungen oftmals auf die kommende Projektwoche verwiesen wird.
6.Frage: Was wünschen Sie sich fürs Schulfest?
HI: Vor allem schönes Wetter (irreal?), aber auch hoffe ich auf großes Engagement der Schüler, dieses ist an unserer Schule aber fast selbstverständlich.
7.Frage: Welchen Nutzen können die Schüler aus den Projekttagen ziehen?
HI: Die Schüler arbeiten engagierter, obwohl dieses natürlich von der Wahl des Projektes, den anderen Teilnehmern und Lehrern abhängig ist. Aber gerade dieses Engagement können die Schüler auch in den Alltag mitnehmen.
8.Frage: Warum gerade das Thema "Medien und Kommunikation" ?
HI: Es gab mehrere Vorschläge die alle in diese Richtung gingen. Auch suchen wir immer nach einem sehr vielfältig verwendbarem Thema. Das ist bei diesem Thema genau der Fall, da für jeden etwas dabei ist.
9.Frage: Was unterscheiden diese Projekttage von den letzten?
HI: Es sind andere Schüler oder die Schüler sind älter geworden. Der drei Jahres Rhythmus ermöglicht den Schülern sich in verschiedenen Altersstufen (Unterstufe, Mittelstufe, Oberstufe) über verschiedene Themen zu informieren und sich mit denen auch zu beschäftigen. Wie immer leiten "Personen von aussen" Projekte und es werden Exkursionen gemacht... Eigentlich ist alles mehr oder weniger beim Alten geblieben
10.Frage: Welche Erkenntnisse nehmen Sie für die nächsten Projekttage mit?
HI: Nach den Projekttagen wird alles noch einmal besprochen, erst dann können wir ein endgültiges Fazit ziehen. Auch dürfen wir nicht vergessen, dass es an unserer Schule nicht nur die Projektwoche gibt, sondern auch Aktionen wie die "Lahnfahrt", der "Multi-Kulti Tag", Klassenfahrten... fallen unter die Bezeichnung Projekte.
Vielen Dank für das Gespräch!
Aline Neusser & Franziska Lenz